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Therapie vorzeitiger EjakulationIn meine Praxis in München kommen neben Paaren zum größten Teil Frauen für Hypnosetherapie. Männer scheinen der Hypnose gegenüber weniger aufgeschlossen zu sein, während Frauen intuitiv spüren, dass Ihnen die Hypnotherapie gut tut. Indes, was viele Männer beschäftigt und weshalb Männer mit mir arbeiten, ist das Problem der vorzeitigen Ejakulation, das etwa 20-30 Prozent aller Männer in Deutschland plagt. Während sich die Wissenschaft noch darüber streitet, welche Faktoren als Ursachen für den frühzeitigen Samenerguss angenommen werden können und wie man diesen Faktoren begegnet, habe ich einen Ansatz entwickelt, der außerordentlich vielversprechend ist, wenn sich der betroffene Mann darauf einlassen kann. Ich arbeite in mehreren Sitzungen mit dem Mann, der Kontrolle über seinen vorzeitigen Samenerguss gewinnen möchte, mit einem Programm, das folgende Module beinhaltet:
Ich werde zu diesem wichtigen Thema auch einen Audio-Kurs zum Download anbieten, um noch mehr Menschen zu erreichen, aber dieser wird erst im Laufe des Sommers erscheinen. Wenn Sie Interesse haben, schreiben Sie mir bitte. Wenn ich den Männern sage: "Wissen Sie, dass Sie einen Orgasmus OHNE Ejakulation haben können?", dann ernte ich zunächst oft ungläubige Blicke. Dabei ist nicht nur das möglich, sondern sogar viel mehr. Hypnose Partnerschaft BurnoutPodcast Folge 3 ist erschienen und hier folgt das Transkript. Ja, hallo und herzlich willkommen zu meinem dritten Podcast. Meine Name ist Tobias Ruland und ich lebe und arbeite in München. Und heute möchte ich mit Ihnen eine Fallstudie diskutieren, ein reales Problem, das mich in diesem Fall per Email erreichte, das ich stark verfremdet habe, um die Anonymität der Person sicher zu stellen und das aber so symptomatisch ist und so häufig, dass wir eine ganze Reihe von Aspekten innerhalb der Partnerschaft anhand dieses Beispiels sehen und diskutieren können. Und ich bin sicher, Sie werden sich selbst und Ihre Partnerschaft zum Teil wiedererkennen. Der Fall: Eine Frau lebt seit 5/6 Jahren mit einem Partner zusammen, hat ein eigenes Kind oder eigene Kinder mit in die Partnerschaft gebracht und die beiden haben sogar noch ein eigenes Kind bekommen. Die beiden haben zusammen in den Jahren viel erlebt, viele Probleme (das kann sein eine Scheidung oder Trennung von den früheren Partnern, finanzielle Probleme, Arbeitslosigkeit, Sorgerechtsstreitigkeiten, das Thema "Schwiegereltern", gemeinsame Wohnung usw.) gemeinsam lösen müssen, aber im Laufe der Jahre ist die Partnerschaft so ein wenig langweilig geworden, mehr eine Wohngemeinschaft, man redet nur noch über Alltagsdinge, erzählt sich nicht mehr, was einen wirklich bewegt, und die Frau hat den Eindruck, sie habe sich eigentlich immer um alles kümmern müssen (Kinder organisieren, Haushalt organisieren, Finanzen regeln). Eigentlich hat sie das gern getan, aus Liebe, aus Bemühen um die Partnerschaft, um "stark" zu sein, bis, ja bis sie eines Tages eine SMS auf seinem Handy liest, die auf eine - sagen wir - Liebelei ihres Partners mit einer anderen Frau hinweist. Da stellt sie sich natürlich die Frage, ob diese Partnerschaft Zukunft hat. Da stellt sie sich die Frage, was falsch gelaufen ist. Da stellt sie sich die Frage, ob es gut war, sich jahrelang um alles zu kümmern, während ihr Partner die Zeit vor dem Fernseher, vor der Spielkonsole oder auf dem Fußballplatz verbracht hat. Und nachdem die Wohnung eigentlich eh zu klein ist und die Nachbarschaft unerträglich, fängt sie an, mit dem Gedanken zu spielen auszuziehen. Den Mann, der immer versprochen hat, dass "wir" etwas ändern in der Partnerschaft und der mehr Zeit vor dem PC als mit seiner Partnerin verbringt, einfach mal in seiner Welt sitzen zu lassen, auszuziehen und das Leben neu zu organisieren. Irgendwie hängt sie noch an ihm, aber andererseits kann es so auch nicht weitergehen. Was soll sie tun? Ja, was soll sie tun? Ich habe diesen Fall ausgewählt, weil sich daran ganz viele, ganz typische Aspekte zeigen lassen, die in Partnerschaften ablaufen. Und natürlich kann man nicht an einem solchen Modellfall eine allgemeingültige Lösung ableiten, die als Ersatz für eine Paartherapie dienen kann, aber wir können sehen, welche Dynamik in solchen Geschichten steckt. Und vielleicht erkennen Sie ja das eine oder andere bei sich selbst wieder und möchten es ändern. Gehen wir strukturiert vor: Die erste und wichtigste Frage ist, welche Ziele die Menschen, beide Partner in der Partnerschaft verfolgen oder noch verfolgen. Und das erlebe ich immer wieder. Paare wissen oft garnicht, weshalb sie zusammen sind. Sie leben jahrelang zusammen und wenn man sie dann fragt, weshalb sie zusammenleben, dann fällt ihnen nicht viel dazu ein. Wenn ich Sie frage: weshalb üben Sie Ihr Hobby X aus? Oder: weshalb stehen Sie jeden Morgen auf und gehen in die Arbeit? Oder: weshalb gehen Sie in den Supermarkt Y einkaufen? Dann fallen Ihnen bestimmt gute Gründe dafür ein. Aber weshalb leben Sie mit Ihrem Partner zusammen? Machen Sie sich das einmal ganz bewusst. Weshalb haben Sie sich für ihn/sie entschieden? Würden Sie das heute immer noch tun? Wenn ja, aus welchen Gründen? Wenn nein, warum nicht? Typische Gründe, weshalb Menschen zusammen leben sind: sie lieben sich (das kommt vor), sie lieben sich nicht mehr aber sich haben sich aneinander gewöhnt, sie können oder wollen nicht alleine sein, sie haben eine gemeinsame Aufgabe wie gemeinsame Kinder großzuziehen oder ein gemeinsames Geschäft, ein Partner ist vom anderen finanziell abhängig oder lebt sogar im Luxus des anderen und hat sich einfach so sehr an diesen Luxus gewöhnt, dass er/sie ihn nicht mehr loslassen kann. Oder man hat schon so viele Probleme gemeinsam gemeistert, schon so viele Gefühle und so viel Energie investiert, das kann doch nicht alles umsonst gewesen sein? Oder man würde sich fühlen, als ob man versagt hätte, wenn diese Partnerschaft auch wieder scheitert und dieses Gefühl des Versagens ist unangenehm. Oder man hängt am anderen, weil der einem das Gefühl gibt, etwas wert zu sein, während man selbst Probleme mit dem eigenen Selbstbewusstsein hat. Oder man fühlt sich gebraucht, weil der Partner in einer oder mehrerlei Hinsicht auf einen angewiesen ist. Es kann ein schönes Gefühl sein, gebraucht zu werden. Vielleicht ist der Partner einfach besonders schön oder sexy. Vielleicht persönlich ein Aas, dafür ein fabelhafter Liebhaber. Viele Männer wollen versorgt sein und brauchen jemanden, der ihnen ihre Hemden bügelt und für sie kocht, so wie es Mama immer gemacht hat. Sie sehen, es gibt unendlich viele Gründe, das waren nur ein paar, weshalb Menschen eine Ehe oder Partnerschaft eingehen. Es ist weiß Gott nicht immer Liebe, die Menschen zusammen bringt und zusammen hält. Und es macht Sinn, dass Sie einmal ganz ehrlich zu sich selbst und zu ihrem Partner/ihrer Partnerin sind und das klären. Offen ansprechen, weshalb Sie ein Paar sind. Denn wenn man einmal den romantischen Aspekt der Liebe ausblendet, dann sind es oft ganz praktische Gründe, weshalb Menschen zusammen sind und das muss nicht schlecht sein. Also: wenn ein Mann gerne bekocht wird und die Frau es liebt, ihn zu bekochen, was soll daran schlecht sein? Wenn ein älterer reicher Mann, der im Geld schwimmt, sich eine junge, knackige, repräsentative Frau sucht, die sich gerne mit Luxus verwöhnen lässt? Auch das passt zusammen. Und wenn die Partner ihre Ziele und Erwartungen an eine Partnerschaft formulieren und dann feststellen: hoppla, da passt ja fast garnichts zusammen, dann wissen Sie schon sehr genau, woher die "Ehekrise" kommt und ob sie sie meistern können. Denn: Sie können auf Dauer keine Partnerschaft führen, wenn Sie als Partner ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Entweder man trennt sich dann, oder man stellt eine Schnittmenge her, man verfolgt gemeinsame Ziele, die stark genug sind, um die Partnerschaft zu tragen. Wenn einer immer nach Norden und der andere immer nach Süden läuft, dann werden sich die Wege früher oder später trennen, selbst dann, wenn die beiden durch ein starkes Gummiband miteinander verbunden sind. Der zweite Punkt, der auch in jeder Partnerschaft eine wichtige Rolle spielt und der mir in der Forschung und der aktuellen Paarberatung viel zu kurz kommt, weil er eben so wichtig ist, ist das Thema Akzeptanz. Was meine ich damit? Jeder von uns, jeder Mensch, möchte gerne akzeptiert werden. Akzeptiert werden heißt, dass wir so angenommen werden, wie wir sind und wie wir uns fühlen. Sie kennen sicher den Spruch "ich bin so wie ich bin" oder "ich möchte nicht, dass mein Partner mich versucht zu ändern" usw. Das ist Audruck dieser Sehnsucht, als Mensch einfach angenommen zu werden, angenommen zu sein, sich akzeptiert zu fühlen. Das ist uns wichtig, das erleben wir schon als Kinder bei unseren Eltern oder wir wünschen es uns von unseren Eltern. Wie wollen als Kinder unseren Eltern gefallen, weil wir geliebt werden wollen. Wir erfahren als Kinder, dass uns unsere Eltern bedingungslos lieben und uns annehmen. Und diese kindliche Erfahrung übertragen wir natürlich auf unsere eigenen Kinder, die wir auch dann lieben, wenn sie die ganze Nacht schreien und das Bett vollgekotzt haben; und das übertragen wir auf unseren Partner. Aber das ist eine Gratwanderung, ein Dilemma und das erkläre ich Ihnen an einem Beispiel aus der Sexualität, weil es häufig ist: nehmen wir an, Sie sind eine Frau und für Sie ist Oralsex wichtig, Sie möchten gerne, dass Ihr Partner/Mann Sie oral verwöhnt. Aber der weigert sich, der macht das nicht gern. Entweder er verweigert sich komplett oder er macht das einmal im Halbjahr, oder er macht es aber nicht richtig, oder vielleicht rennt er danach ins Bad und spült sich den Mund aus. Alles schon dagewesen. Allein in so etwas steckt eine Sprengkraft, die eine Ehe oder Partnerschaft im Laufe der Jahre komplett zerstören kann und ich sage Ihnen, weshalb. Die Frau hat eine Sehnsucht. Sie möchte verwöhnt werden, Sie findet das schön. Sie wünscht sich einen Partner, der Sie annimmt, der sich auf sie einlässt, der ihr seine Aufmerksamkeit schenkt, sich auf sie konzentriert, der sie verwöhnt, der Ihr Liebe und Sinnlichkeit schenkt. Sie möchte mit dieser Sehnsucht angenommen werden. Wenn der Mann sich verweigert, sich weigert, ihr dieses Geschenk zu machen und am besten noch losrennt und seinen Mund ausspült, wenn er sie mal zwischen den Beinen geküsst hat, dann fühlt sie sich abgelehnt, dann nimmt er ihre Sehnsucht nicht an und nimmt sie nicht ernst. Und im Laufe der Zeit kann dieses Thema immer wichtiger und wichtiger werden, so wichtig, dass es andere Themen überlagert. Weil die Frau angenommen werden will in ihrem Wünschen und Sehnsüchten, weil sie Liebe spüren will, weil Sie so verwöhnt werden möchte, wie Sie es schön findet. Und Ihr Mann lehnt das ab und lehnt sie damit ab. Die Akzeptanz fehlt und das schmerzt. Und das schmerzt jeden einzelnen Tag und erodiert die Partnerschaft. Das nagt, das tut weh, wenn es diesem Menschen wichtig ist. Auf der anderen Seite haben wir dann einen Mann, der das irgendwie eklig findet. Er lehnt ja seine Frau vielleicht garnicht ab und will sie auch nicht ablehnen, aber er mag den Geruch und den Geschmack nicht, lehnt sie also nicht bewusst ab, aber unbewusst. Und fühlt sich von ihren ständigen Wünschen "danach" überfordert. "Hey, sie weiß doch, dass ich das nicht mag, wieso fragt sie ständig danach." Und dann zieht es sich eher mehr zurück, weiß oder fühlt, dass er ihr doch nie die Leidenschaft dafür wird geben können, fühlt sich selbst nicht in seiner Art akzeptiert und blockiert zunehmend. Das ist jetzt ein Beispiel, aber es gibt Millionen anderer. Wenn ihr Partner garnicht merkt, was Sie den ganzen Tag für die Familie und die Partnerschaft leisten, dann fühlen Sie sich vielleicht unterbewertet und als Mensch nicht angenommen. Wenn Sie sich immer so sehr engagiert haben und der Partner geht dann fremd, dann fühlen Sie sich und ihre Bemühungen abgelehnt, nicht angenommen. Es gibt aber sehr oft ein Wechselspiel, es sind ja zwei Menschen mit zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, und in diesem Wechselspiel gibt es eine Eigendynamik, die die Partner immer weiter voneinander wegtreibt. Dieses sich gegenseitig nicht annehmen und vorbehaltlos lieben können, ist nach meiner Beobachtung der wichtigste Grund, aus dem heraus die Mehrzahl aller Ehekrisen oder Partnerschaftskrisen entstehen. Wie löst man das auf? Es ist ja, wie gesagt, ein Dilemma und Dilemma heisst, es gibt keinen eindeutigen Weg, keine einzige Lösung. Sie können natürlich immer weiter in ihrem eigenen Saft braten und weiter getrennte Wege gehen, oder Sie können sich das klar machen und verstehen, dass Sie selbst und Ihr Partner akzeptiert, angenommen sein wollen. Und das müssen Sie offen diskutieren. Und weil es ein Dilemma ist, müssen sie sich hindurchmanövrieren, so gut es geht. Und dabei hängt sehr viel davon ab, wie stark der jeweilige Bereich ist, der ihnen da zu schaffen macht. Wenn Sie jemand sind, der hart arbeitet, der für den Familienunterhalt sorgt und Ihr Partner oder Ihre Partnerin macht sich einen faulen Lenz und mackert Sie vielleicht noch an, dass Sie nie "für ihn da" sind, und es ist ein wichtiger Punkt in Ihrer Partnerschaft, dann müssen Sie den ausräumen, müssen eine Lösung finden, die für beide tragbar ist, oder Sie müssen sich trennen. Wenn der Punkt weniger wichtig ist, dann heisst das, auch suboptimale Situationen akzeptieren zu können. Wenn der Punkt aber wichtig ist, dann müssen Sie gemäß Ihrer eigenen Ziele in der Partnerschaft um diesen Punkt "verhandeln". Und wenn es zu einem passablen Verhandlungsergebnis kommt, dann geht es weiter. Und wenn nicht, haben Sie entweder die gleiche Situation und es geht von vorne los oder Sie müssen die Entscheidung treffen, dass es so nicht weitergeht und sich trennen, auch wenn es weh tut. Denn am Ende gibt es nur akzeptieren oder nicht akzeptieren, damit leben oder nicht damit leben. Das hört sich zwar nach Schwarz-Weiß-Malerei an, aber wenn Sie mit etwas leben oder leben müssen oder glauben, leben zu müssen, das Sie so nicht wollen und auch nicht akzeptieren können, dann können Sie entweder lernen es doch zu akzeptieren (und das bedeutet oft: Resignation und Depression) oder es wird ihnen zu schaffen machen für den Rest ihres Lebens. Oder der Partnerschaft. Also nochmal ganz konkret an dem Beispiel von vorhin: wenn für diese Frau Oralsex wirklich wichtig ist (und es gibt Menschen, für die das wirklich wichtig ist), dass muss Sie das offen mit Ihrem Partner ansprechen. Und dann muss er entscheiden: kann ich verstehen und will ich Dir künftig schenken oder will ich nicht. Wenn er es nicht will, dann hat der damit faktisch die sexuelle Beziehung beendet, vielleicht nicht offiziell, aber Sie können sich ausmalen, wie es weitergeht, wenn er meint, sich da so durchlavieren zu können. Sie wird ihn entweder rausschmeißen, oder sich einen Liebhaber suchen oder was auch immer, da gibt's viele Möglichkeiten. Wenn er sich entscheidet und sagt: ja, ich habe begriffen, dass Dir das wichtig ist und ich möchte Dir das schenken, dann muss er es aber auch tun. Dann muss er zu einer Therapie gehen und seinen Ekel ablegen, dann muss er sich auf seine Frau einlassen, dass muss er lernen, wie sie es gerne hat, dann muss er es auch richtig tun, dann muss er mitmachen. Denn nur so wird sich in der Beziehung der beiden etwas ändern. Wenn er nur so halbherzig mitmacht oder viel verspricht und nichts hält, dann sind wir bei diesem Problem wieder auf dem Startfeld. In dem konkreten, beschriebenen Fall findet die Frau die Wohnsituation unerträglich. Sie haben sich schon Wohnungen angesehen und es gibt Wohnungen, die in Betracht kommen. Aber der Mann legt sich quer aus Gründen, die die Frau nicht kennt. Er macht einfach nicht mit, schiebt irgendwelche Scheinbegründungen vor und verfolgt dieses Ziel nicht. Wenn diese Frau nun sagt: ich kann hier nicht länger leben und die Kinder drehen durch und ihr Partner noch nicht einmal begründen kann, warum er nicht mitmacht, dann hat sie keine andere Alternative, als das Problem in ihre eigenen Hände zu nehmen. Sie ist eine selbständige intelligente Frau, sie empfindet die Situation als unerträglich und sie kann etwas tun, um diese Situation zu verbessern. Und was ihr Partner dann tut, wird sich zeigen. Im Moment ist er ihr keine große Hilfe und kann ihr nichts geben, was sie sich nicht auch selbst geben könnte. Wenn die Situation wirklich unterträglich ist und wenn Sie etwas dagegen tun können, dann lassen sie sich nicht dadurch kaputt machen. Liebe heisst nicht, dass sie alles ertragen müssen. Wenn Sie Ihre Kinder lieben, dann müssen sie ihnen klare Grenzen setzen. Dann können sie nicht akzeptieren, dass ihr Sohn andere Kinder vermöbelt oder Ihre Tochter mit dem Stein Dellen in den Kotflügel macht. Liebe heisst nicht, jedes Verhalten des Mitmenschen zu akzeptieren. Ich kann jemandem verzeihen, der mich verletzt hat, ich kann ihn sogar lieben, das heisst aber nicht, dass ich gut finden muss, was er getan hat. Der dritte Punkt, der in diesem Fall sichtbar wird und der auch in allen Partnerschaften eine Rolle spielt, ist der Punkt der Symmetrie oder Asymmetrie. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich nicht beide Partner gleichmäßig in allen Lebensgebieten engagieren. Einer bringt mehr Geld nach Hause als der andere. Einer macht mehr Hausarbeit. Einer bringt immer die Kinder ins Bett oder macht fast immer Frühstück für die Familie. Einer kümmert sich mehr um den gemeinsamen Freundeskreis. Einer braucht mehr Freiheit als der andere. Einer braucht mehr Zeit für seine Hobbies als der andere, das ist normal. Nur weil Sie ein Paar sind, heißt das nicht, Sie müssen alles zusammen machen oder immer alles im gleichen Maße oder am Ende gegeneinander aufrechnen. Aber was schon wichtig ist: Sie sollten sich über die Aufgabenverteilung in der Partnerschaft klar werden, wenn Sie es nicht sind. Genauso, wie Sie sich zusammensetzen sollten und sich über Ihre Ziele klar werden, genauso brauchen Sie eine Aufgabenverteilung in der Partnerschaft. Wenn sie sich nicht natürlich einläuft (was bei vielen Paaren gut funktioniert), dann müssen Sie sich zusammensetzen und das sogar aufschreiben. Und dann hat jeder seine Liste mit Aufgaben und um die hat er sich zu kümmern. Und wenn es nicht klappt, muss man drüber reden, offen bitte und mit einem liebevollen Umgang miteinander, aber ansprechen. Wenn man das nämlich nicht macht, dann fühlt sicher einer immer überlastet ("ich mach ja alles hier") und der andere immer überfordert ("ich soll alles machen und nie ist es recht, was ich tue."). Und egal, ob es um das Thema Hausarbeit geht oder Kinder oder Finanzen oder gemeinsame Unternehmungen, wenn einer das Gefühl hat, dass er mit der Aufgabenverteilung unzufrieden ist, dann sollten Sie sich zusammensetzen und eine Verteilung finden, die für Ihre Partnerschaft und Ihre Lebenssituation funktioniert. Wenn wie in unserem Fall die Frau eigentlich die gesamte Verantwortung für das Familienleben trägt und der Mann den Großteil seiner Zeit vor dem Fernseher oder der Playstation verbringt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es in dieser Partnerschaft kracht, denn die Asymmetrie ist deutlich und die Frau möchte das so nicht mehr. Auch hier wieder Verhandlungssache: macht er mit oder verweigert er seine Mitarbeit? Wenn er sie verweigert und die Situation ist für sie unerträglich ist, dann beendet sich die Partnerschaft damit faktisch von alleine, denn Partnerschaft heisst ja "Partner sein". Und "Partner sein" muss man wollen. Und da muss man auch etwas dafür tun. Und zwar beide. Ja, ich hoffe, es war wieder interessant für Sie, zuzuhören und ich habe Ihre Gedanken ein wenig angeregt. Ich habe eine Reihe von Ideen für die nächste Folge, aber wenn Sie ein Thema haben, das Sie besonders interessiert und das Sie vertieft haben möchten, schreiben Sie mir an info@tobias-ruland.de und ich ziehe ich das gerne in Erwägung. Ich wünsche ich Ihnen eine wundervolle Zeit, freue mich, wenn wir uns zu nächster Gelegenheit wieder hören oder gar sehen, bleiben Sie gesund und bleiben Sie mir gewogen. Ihr Tobias Ruland Sexuelle Probleme stehen meist im ZentrumIn meine Praxis in München-Lehel kommen Paare zur Paartherapie und Männer und Frauen zur individuellen Sexualtherapie. Probleme mit dem Begehren/Lust, Erektions- und Ejakulationsprobleme bei Männern sowie Orgasmusprobleme bei Frauen stehen dabei im Vordergrund. Während Männer und Frauen gezielt Hilfe zur Entwicklung ihrer Sexualität suchen und wissen möchten, wie sie Ihre Empfindungsfähigkeit besser steuern können, kommen Paare in der Regel mit anderen Anliegen: "nicht mehr so viel streiten", "wieder miteinander lachen können" oder "Liebe empfinden, so wie früher, als wir uns kennengelernt haben". Beim genauen Hinsehen entpuppen sich dann diese Anliegen, als das, was sie wirklich sind: Ausdruck einer ungemeinsamen, für beide Partner belastenden, Sexualität. Meistens haben sich die sexuellen Probleme über Jahre entwickelt und gefestigt und nach und nach die Beziehung belastet. Oder anders ausgedrückt: den klassische Ansatz der Paarberatung "bringen wir dem Paar erstmal Kommunikation, Empathie und Geduld bei und dann wird es mit dem Sex schon klappen" kann ich für meine Praxis getrost als kompletten Unsinn bezeichnen. Denn der Streit, das "keine Zeit mehr miteinander verbringen", die Kompromisslosigkeit des Partners, das "Zickigsein" usw. ist in fast allen Fällen in meiner Praxis auf eine unbefriedigende gemeinsame Sexualität zurück zu führen. Nur sind viele Paarberater keine Experten für Sexualität und meiden das Terrain, auf dem sie sich unsicher fühlen. Und so doktern die Paare stundenlang an Fragen herum, wer wann den Müll runterbringt, ohne dass es zum Streit kommen muss. Viele Paartherapeuten sind inzwischen dazu übergegangen, den klassischen Ansatz "bringen wir erst die Beziehung in Ordnung und die Sexualität wird dann schon hoffentlich folgen" komplett auf den Kopf zu stellen und dieser neuartige Ansatz verspricht eine deutlich höhere Erfolgsrate als der klassische. Bringen wir erst einmal gemeinsam die Paarsexualität in Ordnung. Ich sage Ihnen, der Rest ist danach ein Kinderspiel. Podcast zum Thema SexualtherapieVorzeitige Ejakulation ist in meiner Praxis ein wichtiges Thema und Männer reisen von weit her an, um mit mir zu arbeiten. Aus diesem Grunde beschäftigt sich der neueste Podcast mit diesem für viele Männer wichtigen Thema. Ja hallo und herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe meines Podcasts. Mein Name ist Tobias Ruland und ich lebe und arbeite in München. Unser heutiges Thema kommt aus dem Bereich der Sexualtherapie. In meine Praxis in München kommen regelmäßig Männer mit vorzeitiger Ejakulation und ein wichtiger Teil des jeweiligen Kennenlerngesprächs beschäftigt sich mit der Frage, was die Männer schon alles ausprobiert haben. Sie können davon ausgehen, dass - und genaue Zahlen gibt es hierzu leider nicht - ungefähr ein Viertel aller Männer mit dem Problem vorzeitiger Ejakulation zu kämpfen hat. Ein Viertel, das sind ganz schön viele. Und die wenigsten sprechen darüber und die allerwenigsten holen sich Hilfe. Sie schämen sich, denken, kein richtiger Mann zu sein, haben Partnerschaftsprobleme deshalb usw. Meine Arbeit mit diesen Männern ist immer sehr individuell und lässt sich nicht im Rahmen einer solchen Podcast-Folge abhandeln, aber ich kann Ihnen einmal alle Möglichkeiten aufzeigen, die "typischerweise" so empfohlen werden. Und dann sage ich Ihnen, was für meine Klienten funktioniert. Grundsätzlich müssen Sie folgendes Wissen. Ejakulation und Orgasmus sind zwei vollkommen getrennte Dinge. Noch einmal: Ejakulation und Orgasmus sind zwei vollkommen getrennte Dinge. Das ist wichtig und das wissen selbst viele Ärzte, auch Urologen, nicht. Die haben im Studium einmal etwas anderes gelernt und sind über die aktuelle Forschung nicht auf dem Laufenden. Noch einmal: Ejakulation und Orgasmus sind zwei vollkommen unterschiedliche und getrennte Vorgänge. Beim Mann laufen sie in der Regel und sinnvollerweise gleichzeitig ab und deshalb denken Männer auch, dass es zusammengehört, aber es ist nicht so. Sie können Ejakulationen haben mit und ohne Orgasmus. Sie können Ejakulationen haben mit und ohne Erektion. Sie können Orgasmen haben mit und ohne Ejakulation und Orgasmen mit und ohne Erektion. Grundsätzlich ist alles möglich. Die meisten Männer, die in meine Praxis für Sexualtherapie kommen, haben ihre Ejakulationen OHNE nennenswerten Orgasmus. Das geht in der Regel so schnell, dass sie die eigentliche Orgasmusschwelle höchster Erregung garnicht erreichen. Viele dieser Männer haben nie oder selten überhaupt das erreicht, was andere Männer als Orgasmus wahrnehmen. Was kann man nun tun, um die Ejakulation besser zu steuern? Die sexualtherapeutischen Standardmethoden teile ich grob ein in manuelle/physische Methoden, chemische Methoden und psychische Methoden. Bei den manuellen Methoden geistert die Start-Stop-Methode seit 40 Jahren durch die Literatur. Vereinfacht gesagt geht es dabei darum, dass die Stimulation schrittweise erhöht wird bis kurz vor der Ejakulation, dann wird abgebrochen, man wartet, bis man sich wieder erholt hat und dann geht es weiter. Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre Erregung von 1=den Müll runterbringen bis 10=Orgasmus einteilen, dann können Sie auf diese Weise herausfinden, wie sich Ihre Erregung steigert und wo Sie aufhören müssen. Und diese Schwelle können Sie dann auf diese Weise schrittweise hinausschieben. Bei vielen Männern ist das ein bewährtes Mittel, die Ejakulation immer weiter hinauszuzögern, bei Männern mit vorzeitiger Ejakulation funktioniert das typischerweise nicht, weil sie viel zu übererregt und in der Regel auch ängstlich sind. Dann gibt es ebenfalls seit Jahrzenten die sogenannte Squeeze-Technik. Dabei wird die Erregung ebenfalls gesteigert und kurz vor der Ejakulation wird der Penis richtig fest zusammengedrückt bzw. gequetscht. Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrer Partnerin gerade schön dabei, müssen dann aber heraus, um Ihren Penis zu quetschen. Ziemlich nervig und keineswegs wirklich Erfolg versprechend. Diese Methode habe ich vor langer Zeit ins Museum verbannt. Eine weitere physische Methode sind Positionenwechsel beim Geschlechtsverkehr. Es gibt Positionen, in denen kommen Männer leichter oder schwerer zum Orgasmus. Viele Männer z.B. finden es schwieriger, im Stehen zu ejakulieren als im Liegen. Das lässt sich natürlich nutzen, funktioniert aber bei vorzeitiger Ejakulation auch nicht wirklich. Ja, und dann gibt es noch die Methode des Eine-Million-Dollar Punkts. Der Eine-Million-Dollar-Punkt ist ein Punkt in Ihrem Beckenboden, genauer gesagt am Damm. Wenn Sie den zum Zeitpunkt der Ejakulation ganz fest drücken, dann wird damit die Ejakulation sozusagen mit Kraft - man könnte auch sagen gewaltsam - unterbunden. Kann man mal ausprobieren, ist eine interessante Technik, die dem Tantra-Umfeld zuzuordnen ist, aber auch nicht wirklich hilfreich, wenn Sie zu schnell kommen. Außerdem zusammen mit Partnerin fast nicht durchführbar, weil Sie gar nicht richtig herankommen. Und: viele Tantra-Lehrer lehnen diese Form der Ejakulationskontrolle ab, weil Sie Kraft/Gewalt anwendet und das muss nicht sein. Ich sage Ihnen: jeder Mann ist organisch in der Lage, Orgasmen OHNE Ejakulation zu haben. Noch einmal: jeder gesunde Mann ist organisch in der Lage, Orgasmen OHNE Ejakulation zu haben. Dazu wird es von mir vermutlich kommendes Jahr einen speziellen Kurs für alle Interessierten geben. Dann zu den chemischen Methoden. Dazu zählen die diversen Betäubungscremes und -sprays, mit denen Sie sich behandeln müssen und die die Empfindlichkeit chemisch herabsetzen. Wenn es das ist, was Sie wollen, viel Spaß mit diesen Präparaten. In eine ähnliche Kategorie fallen dickwandinge Kondome mit und ohne Beschichtung, auch die setzen physikalisch und chemisch die Empfindlichkeit herab. Und wenn Sie mit dem Problem der vorzeitigen Ejakulation zu Ihrem Arzt gehen, dann verschreibt Ihnen der mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Pille, in der Regel aus den Gruppen der Antidepressiva und entspannenden Substanzen. Dann müssen Sie eine gewisse Zeit bevor Sie sexuell aktiv werden wollen, diese Pillen schlucken, wodurch Sie weniger angespannt sind, was Ihnen mehr Zeit bis zur Ejakulation gibt. Löst zwar das Grundproblem nicht, ist eben eine Pille gegen das Symptom, aber wenn Sie nichts dagegen haben, bis an Ihr Lebensende rechtzeitig vor dem Geschlechtsverkehr Antidepressiva zu nehmen, ist das ein gangbarer Weg. Nun, und zu guter Letzt die psychischen Methoden. Die bekannteste ist die Ablenkung. Sie haben das sicher alle schon einmal gehört: beim Sex an Fußball denken oder an Mathematikaufgaben. Sehr schön. Funktioniert übrigens prima bis zu einem gewissen Grad, allerdings möchten Sie eigentlich in Gedanken lieber konzentriert bei Ihrer Partnerin sein. Denn: die merkt das, wenn Sie nicht bei der Sache sind und für Sie ist das auch schöner. Nettes Experiment, aber nicht das, was Man(n) möchte. Die zweite psychische Methode ist richtig und wichtig, das ist die Entspannung. Insbesondere Männer mit vorzeitiger Ejakulation sind VIEL zu angespannt, wenn Sie sexuell aktiv werden bzw. werden sollen, VIEL zu nervös. Wenn Sie Methoden lernen, sich zu entspannen, dann erlangen Sie prinzipiell auch damit die Kontrolle über Ihre Ejakulation. Solange Sie entspannt sind, können Sie garnicht ejakulieren und sobald Sie dann in einen angespannteren Zustand überwechseln, passiert es. Einige wenige Männer, die das entsprechend entwickelt haben, können folgendes: die können stundenlang Sex haben - sogar Orgasmen - OHNE zu ejakulieren und dann - wenn es für beide passt - gemeinsam mit Ihrer Partnerin kommen, kurz bevor die keine Lust mehr hat oder einfach fertig ist. Was ist dazu nötig? Sie müssen als Mann ihren eigenen Körper sehr gut kennenlernen und seine Reaktionen, erstens. Und zweitens müssen Sie lernen, Ihre Ejakulation zu kontrollieren. Und das geht. Wie das genau geht, werde ich an anderer Stelle beschreiben, denn ich bin einer der wenigen in Europa, die lehren können wie das geht. Die allermeisten Sexualtherapeuten können das nämlich selber nicht, weil sie es nie entwickelt haben. Ja, und nun wünsche ich Ihnen wieder einmal einen wundervollen Tag, freue mich darauf, dass wir uns bald wieder hören oder vielleicht sogar sehen. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie mir gewogen, Ihr Tobias Ruland Sexualberatung und Sexualtherapiesind Fachbereiche, die systematisch unterschätzt werden, nach meiner Erfahrung aber nicht hoch genug bewertet sein können. Seit Oswalt Kolle in den 60ern die sexuelle Aufklärung in das öffentliche Bewusstsein rückte, hat sich einiges getan. War Sexualität noch in den 50ern in unserer Kultur ein Tabuthema, rückte sie später mehr uns mehr ins öffentliche Bewusstsein, gepflegt von einer vergleichsweise kleinen Gruppe von sexuell interessierten Menschen, trivialisiert und zur Verkaufsförderung benutzt von der Boulevard-Presse und dem Massenfernsehen und von den meisten als eher funktionaler Bestandteil des täglichen Lebens gesehen, über den man normalerweise nicht so gerne und nicht so viel redet, denn das gehört sich immer noch nicht. In der Sexualberatung ist dies anders. Zur Sexualberatung kommen Menschen, die sich mit ihrer eigenen Sexualität oder der Sexualität ihres Partners aus irgendeinem Grunde nicht wohlfühlen. Diese Sexualberatung kann durch Beratungsstellen geleistet werden, durch Sexualberater oder Therapeuten, die verstanden haben, welche Bedeutung das Thema für die meisten Menschen besitzt, wieviel Angst und Scham sich in einer unbefriedigenden Sexualität verbirgt und welch tiefgreifenden Folgen es haben kann, wenn man die eigene Sexualität und die des Partners nicht ernst nimmt. Die Sexualität ist schon bei Sigmund Freud im Prinzip an allen seelischen Regungen beteiligt. Sie trägt zum Aufbau der Persönlichkeit und zur Entwicklung des Charakters eines Menschen bei. Sie ist in allen sozialen Beziehungen involviert, auch wenn diese Beziehungen nicht explizit sexueller Natur sind. Und in dieser Bedeutung nimmt die Sexualberatung eine ganz zentrale Stellung ein und unterstützt die Ratsuchenden genau dort, wo sie im Innersten berührt sind. In der Sexualtherapie geht es um Heilung und Entwicklung. "Keine Lust" ist als Appetenzstörung ein psychiatrisches Krankheitsbild, psychogene Impotenz oder Orgasmusstörungen ebenfalls. In der Sexualtherapie geht es darum, Menschen zu helfen, genau diese Probleme zu heilen und die Wege dorthin sind vielfältig. Man kann davon ausgehen, dass nur etwa 2-5% der Betroffenen sich jemals um eine Therapie bemühen, d.h. die wenigsten Menschen finden den Weg zum Sexualberater oder Sexualtherapeuten. "Sexualtherapie" muss nicht so klinisch sein, wie es sich anhört. Es gibt zwar auch den klassischen medizinischen Teil, der Erektionsstörungen durch die Verschreibung blauer Pillen löst und die Appetenzstörung mit einem "vielleicht sollten Sie mal eine andere Pille probieren" abtut. Es gibt mittlerweile aber eine ganze Reihe von Therapeutinnen und Therapeuten, die mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl mit den Frauen und Männern daran arbeiten, ihre Sexualität zu entdecken oder neu zu entdecken und weiter zu entwickeln. Klassische Paartherapie scheitert bei sexuellen ProblemenIntimität und Leidenschaft lassen sich nicht durch klassische Paartherapie entzünden und sexuelle Probleme in der Partnerschaft nicht mit Gesprächstherapie lösen. Denn sexuelle Probleme in der Partnerschaft - in der Regel sprechen wir von Partnern, bei denen eine(r) sexuell deutlich aktiver sein möchte als der/die andere - sind nicht verhandelbar, lassen sich nicht durch "Kommunikationstraining", nicht durch Kompromisse und nicht durch Verhandlungen lösen. Das Paar kann sich nicht einfach einig sein, uneinig darüber zu sein, ob und wie Sexualität in der Beziehung gelebt oder nicht gelebt wird, denn das löst das Problem nicht. In der klassischen Paarberatung können Sie immer einen Weg finden, bei Fragen wie Geld, Kindererziehung, Urlaub oder Schwiegermutter zu einem für beide Partner tragbaren Kompromiss zu finden. In der Sexualität funktioniert das nicht. Denn Erotik und Sexualität ist so tief emotional, dass sie nicht verhandelbar ist. Tief emotionale, persönliche Angelegenheiten sind nicht verhandelbar. Sexualität ist nicht verhandelbar. Viele Menschen - auch viele Paartherapeuten - gehen von einer falschen Annahme aus. Diese Annahme lautet: "Ich muss nur die Beziehung in Ordnung bringen, dann wird der gute Sex schon folgen. Wenn sich die Partner nur nahe genug fühlen, dann ist eine erfüllte Sexualität nur eine Frage der Zeit." Leider ist diese Annahme komplett falsch und widerspricht dem aktuellen Forschungsstand. Sie können bis an Ihr Lebensende unendlichen Aufwand treiben, ein "Wohlfühlklima" von Sicherheit, Verständnis und Für-Einander-Da-Sein zu schaffen und werden damit jedenfalls eines nicht tun: die Leidenschaft entzünden. Intimität und Leidenschaft, sexuelles Verlangen und Lust ist nicht Folge eine erfüllten, liebevollen Partnerschaft, sondern integraler Teil davon. Es gibt sogar Paarberater, die mittlerweile dazu raten, zuerst das desolate Sex-Leben eines Paares wieder in Ordnung zu bringen und sich dann erst um den ganzen Rest zu kümmern. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen: Sprechen Sie mich an oder kommen Sie in meine Praxis in München-Lehel. Intimität in der Partnerschaft liveDr. David Schnarch, einer der weltweit bekanntesten Therapeuten für sexuelle Probleme, mehr Intimität und Leidenschaft in der Partnerschaft, kommt im April nach Deutschland. Neben anderen Städten wird er auch in Ulm, also garnicht unweit von München, für Paarberater bzw. Paartherapeuten ein viertägiges Seminar geben, um seine Ansätze und Erfahrung für mehr Leidenschaft und Intimität in der Ehe mit den Experten zu diskutieren. Der erste der vier Tage steht jedem Interessierten offen, jedoch ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Bei Interesse schreiben Sie mich an, ich werde teilnehmen. Sexuelle Unlust? Mann lustlos? Frau lustlos?Das zuverlässigste Aphrodisiakum bei sexueller Lustlosigkeit ist "Respekt". "Respekt"? Was ist denn das für ein Blödsinn werden Sie sich fragen. Respekt bedeutet
Respekt vor sich selbst bedeutet, dass man eine aufrichtige und authentische Persönlichkeit darstellt. Seine Gefühle und Empfindungen ehrlich aber fair äußert. Seine Integrität achtet und bewahrt. Sich nicht für "Spielchen" hergibt. Sagt was man denkt und tut, was man sagt. Ein Mensch - egal ob Mann oder Frau - der den Respekt vor sich selbst bewahrt, authentisch und integer ist, wirkt sehr sexy. Ein Mensch, der andere hintergeht, lügt, seine Integrität jeden Tag auf's Neue verliert, mag hübsch aussehen, aber wirkt abstoßend, weil man ihm nicht vertrauen kann. Niemand möchte einem solchen Menschen wirklich nah sein. Respekt vor dem Partner bedeutet, dass Sie seine Gefühle ernst nehmen, fair und aufrichtig mit ihm/ihr umgehen, ihm in schwierigen Situationen entgegenkommen und sich nicht über ihn/sie erhöhen. Erst wenn Sie Ihren Partner wirklich ernst nehmen und repsektvoll behandeln, wird er/sie das Vertrauen entwickeln, sich Ihnen ganz zu öffnen. In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie stets den Respekt vor sich selbst und dem Partner bewahren. Kein "Lustmittelchen" dieser Welt ist auch nur annähernd so anziehend, wie das aufrichtige Gefühl zwischen zwei Menschen, ehrliche Intimität geben und annehmen zu können. Und dazu ist Respekt der Schlüssel. Paartherapie PodcastInformationen über Hypnotherapie, Partnerschaft und Burnout gibt es jetzt auch als Podcast auf allen wichtigen deutsch-sprachigen Podcast-Portalen und in i-Tunes. Natürlich lässt sich der Podcast auch direkt abonnieren und zwar über die RSS-Feed-Datei http://www.tobias-ruland.de/downloads/Hypnose_Partnerschaft_Burnout.xml Einfach Lieblingsprogramm (z.B. iTunes) zum Abonnieren öffnen, Menüpunkt "Podcast abonnieren" (o.ä.) auswählen und diesen Link in das entsprechende Eingabefeld kopieren. Viel Spaß! Transkript des PodcastsJa, hallo und herzlich willkommen zu meinem ersten Podcast zum Thema "Sexuelle Lustlosigkeit in Partnerschaften". Meine Name ist Tobias Ruland und ich lebe und arbeite in München. Und das Thema "Sexuelle Lustlosigkeit und mangelnde Leidenschaft" ist seit einigen Jahren mein Spezialthema und ein ganz wichtiges Interessen- und Forschungsgebiet. Was macht Leidenschaft aus? Wie entwickeln sich sexuelle Interessen und sexuelle Leidenschaft über die Jahre, insbesondere in langjährigen Partnerschaften? Wie hält man die sexuelle Beziehung interessant / lebendig ? Wie findet man zu einer gemeinsamen Sexualität zurück, wenn sie "eingeschlafen" ist? Ist es überhaupt möglich und wenn ja, wie, in einer stabilen Partnerschaft guten Sex zu haben und zu behalten? Ich selbst habe einige Beziehungen "verschlissen" und mir ist erst nach vielen vielen Jahren des Kummers, der Frustration und des Suchens nach Antworten klar geworden, dass sexuelle Frustration nicht nur ein wahnsinnig häufiges Problem ist, sondern auch ein Phänomen, das in fast allen Partnerschaften früher oder später auftritt, ja fast auftreten muss. Fast alle Paare plagen früher oder später ähnliche Fragen. Ein Partner ist sexuell interessierter / aktiver als der andere. Er oder sie versucht, sexuell aktiv zu sein, wird dann aber vom Partner abgewiesen. Und es entwickelt sich eine Spirale aus Druck, Frustration, schlechter Stimmung und Belastung der Partnerschaft, Ausweichverhalten, Abwehr, vorsichtiger Wieder-Annäherung, Druck, Frustration und so weiter und so weiter. Jedes Jahr scheitern Hundertausende von Partnerschaften in Deutschland genau daran - egal ob hetero- oder homosexuell - egal ob von jungen oder älteren Menschen - egal ob 2 Jahre zusammen oder 20. Allein von diesem Thema leben Abertausende von Scheidungsanwälten allein in Deutschland. Und obwohl schon ganze Bibliotheken über das Thema verfasst worden sind, bekommen es die Paare nicht in den Griff und trennen sich dann sehr häufig. Die beiden Hauptgründe für das Scheitern einer Partnerschaft sind schlechte Kommunikation, d.h. nicht konstruktiv Miteinander-Reden-Können, und eine unbefriedigende gemeinsame Sexualität. Natürlich ist das ein komplexes Problem. Natürlich kann ein Podcast von 30 Minuten nicht eigene Anstrengungen ersetzen oder ggf. eine Paar- oder Sexualtherapie. Aber ich kann Ihnen zeigen, dass das Problem eher alltäglich ist, dass man darüber sprechen kann und dass es Wege aus der Krise gibt, die Sie kennen sollten. Das wichtigste dabei ist, ist, dass Sie wissen müssen, dass Sie weder als sexuell aktiverer Partner, noch als weniger aktiver Partner Ihren Gefühlen, Ihrer Lust oder Unlust, dem Druck und der entstehenden Frustrationsspirale hilflos ausgeliefert sind noch dazu verdammt sind, mit einer unbefriedigenden Patt-Situation bis an ihr Lebensende klarzukommen. Die Situation ist keineswegs so hoffnungslos, wie Sie vielleicht im Moment denken mögen. Ich möchte anfangen mit einer Studie. Denn Psychologen der Uni Göttingen haben über viele Jahre Daten von über 60.000 Männern und Frauen gesammelt, um herauszubekommen, wie zufrieden oder unzufrieden die Menschen mit ihrer Sexualität in der Partnerschaft sind, und dabei hat sich mehr oder weniger in nüchternen Zahlen erhärtet, was Sie vermutlich selbst schon erlebt haben. Denn am Anfang ist alles rosarot, die Hormone sind in Wallung und man kann garnicht genug vom anderen kriegen, hat Schmetterlinge im Bauch und man kommt aus dem Bett garnicht mehr heraus. Die sexuelle Zufriedenheit ist hoch. Je länger aber die Beziehung läuft, umso geringer wird die sexuelle Zufriedenheit - oder sollten wir sagen: Unzufriedenheit. Von wenigen individuellen Schwankungen einmal abgesehen, können Sie sagen, dass so eine sexuelle Beziehung von Monat zu Monat schlechter wird. Irgendwann im Bereich 5-10 Jahre erreicht die sexuelle Zufriedenheit in der Partnerschaft dann ein unrühmliches Minimum, von dem sie sich statistisch gesehen nie wieder erholt. Das hört sich traurig an und es ist sehr traurig, denn sie dann lebten unglücklich bis an ihr Lebensende. Wohlgemerkt: das ist der statistische Durchschnitt von über 60.000 Menschen in Deutschland. Es gibt Paare, die sind auch nach Jahren zufriedener und es gibt Paare, die sind noch unzufrieder als "unzufrieden", was auch immer das dann heißen mag. Die Gründe sind natürlich vielfältig. Aber Sie können sich leicht ausmalen, dass sexuelle Zufriedenheit und sexuelle Lust (bzw. Lustlosigkeit) sehr eng zusammenhängen. Wenn beide Partner viel Lust aufeinander haben, werden Sie Wege finden, das auszuleben ("wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Gebüsch") und die sexuelle Zufriedenheit wird hoch sein. Wenn die Partner generell schon sexuell unzufrieden sind, haben sie automatisch weniger Lust aufeinander, denn die Plackerei lohnt sich ja nicht für das schale Ergebnis. Ein Teufelskreis. Zu Beginn einer Partnerschaft, also in dieser allerersten Verliebtheit, haben die meisten Menschen fast unbeschränkt Lust aufeinander. In dieser ersten Zeit des Verliebtseins sind wir durch die körpereigenen Hormone im Prinzip ständig "auf Droge". Diese Hormone verursachen das Glücksgefühl, die Schmetterlinge im Bauch. Sie sind verantwortlich, dass Sie dieses Glücksgefühl spüren, dass Sie die kleinen Fehler Ihres neuen Partners nicht so genau wahrnehmen (oder vielleicht sogar als liebenswerte Eigenheit ansehen) und dass der Sex oft stattfindet und innig und atemberaubend ist. Dieser Ausnahmezustand "auf Droge" hält jedoch maximal zwölf bis 18 Monate an. Dann sind die Hormone wieder auf Normalmaß wie vor der Verliebtheit. Und nichts ist so "wie früher". Dieses Gefühl liegt aber nicht daran, dass der gewählte Partner nach etwa einem/zwei Jahren plötzlich ein unausstehliches Ekel geworden ist, sondern daran, dass die Wirkung der körpereigenen Drogen langsam aufhört. Dessen sollte man sich bewusst sein. Nebeneffekt ist: Sehr viele für das weitere Leben wichtige Entscheidungen ("schnell Heiraten", "schnell Kinder zeugen", "gemeinsames Haus kaufen"), die in dieser ersten Phase der Verliebtheit getroffen werden, werden hinterher möglicherweise bereut, wenn die Verliebtheitsdrogen aus dem Blut und damit aus dem Gehirn verschwunden sind. Dadurch, dass wir diese erste Phase der Verliebtheit in so positiver Erinnerung haben (das ist SCHÖN), ERWARTEN wir, dass es im optimalen Fall später auch so ist. Das heisst: da kommt der Märchenprinz oder die Märchenprinzessin, wir verlieben uns, wir sind im Rausch und wir hoffen und erwarten, dass dieser Rauschzustand ein Leben lang anhält. Nun ist es aber unvermeidlich biologisch gesteuert, dass die Hormone wieder auf Normalmaß zurückgehen. Die Sexualität ohne die körpereigenen Drogen funktioniert aber komplett anders als mit. Bei Ihnen läuft in einer langjährigen Beziehung nicht mehr das hormonell gesteuerte Reproduktionsprogramm ab, sondern der "reife gemeinsame Sex" (wenn ich das mal so nennen darf) läuft nach ganz anderen Spielregeln ab, das funktioniert komplett anders. Und diese Veränderung der Spielregeln muss man erstmal kapieren und akzeptieren. Dafür brauchen die meisten Menschen sehr lange, das ist nicht so einfach und viele Menschen können es nie akzeptieren oder wollen es garnicht verstehen. Der zweite Grund für die Veränderung des sexuellen Interesses ist, dass Sie Ihren Partner immer besser kennen lernen, im Alltag und auch im Bett. Je mehr sie über ihn wissen (oder zu wissen glauben!), umso weniger versuchen Sie, Ihren Partner zu entdecken. Am Anfang, wenn wir verliebt sind, dann versuchen wir, ALLES über den anderen herauszufinden, wir interessieren uns, wir führen nächtelange Gespräche oder Telefonate oder Chats und wir versuchen, jede Facette des anderen kennenzulernen. Und das hört irgendwann auf, weil wir denken, wir wissen schon alles über den anderen und wir haben eigentlich schon alles über uns selbst erzählt. Je länger wir uns kennen, umso mehr glauben Sie zu wissen, was ihr Partner denkt und fühlt. Und umso mehr erwarten Sie selbst, dass Ihr Partner Ihre Gedanken lesen kann. Also so etwas wie: quot;wenn er/sie mich lieben würde, dann wüßte er/sie doch, dass mir X gefällt oder nicht gefällt." Sie sprechen bestimmte Themen nicht mehr an, weil Sie wissen - oder zu wissen glauben - dass Ihr Partner dann eine Diskussion beginnt, die Sie nicht führen wollen. Sie erzählen nicht mehr alles, entweder weil es Ihren Partner nicht interessiert oder weil sie seine/ihre Meinung schon zu kennen glauben. Sie erzählen nicht alles über sich selbst, weil Sie Angst vor Zurückweisung haben oder sich schämen. Das bedeutet: aus der ersten Phase des "Sich-Kennenlernens" wird eine zweite Phase des "Sich-zu-kennen-Glaubens". In dieser Phase zieht man sich etwas zurück und vermeidet Konflikte, die man nicht austragen möchte. Das bedeutet, dass die Kommunikation schlechter wird und man aus seiner Partnerschaft eine Art Tretminenfeld macht. Immer mehr unaufgelöste Konflikte schlummern im Boden und warten darauf, eines Tages explodieren zu dürfen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Paare nach Jahren draufkommen, dass sie in einer bestimmten Richtung gleich denken. Konkretes Beispiel: dass beide Partner eigentlich die Art und Weise des "eingeübten" Vorspiels nicht mögen. "Und ich dachte, für Dich soll das so sein" oder "Und ich hab geglaubt, dass Du das so magst". Da füllen die Paare nach 10 Jahren mal so einen Partnerfragebogen aus, sprechen drüber und finden nach 10 jahren heraus, dass sie beide gern mal was probieren würden, von dem sie dachten, dass es der Partner bzw. die Partnerin ja NIEMALS akzeptieren würde. Drittens gibt es einen Gewöhnungseffekt, der die Partnerschaft, das Alltagsleben und den Sex im Laufe der Zeit "irgendwie langweilig" macht. Man macht immer irgendwie dasselbe, die Ideen fehlen so ein bißchen und alles läuft nach Schema F. Man tut das, von dem man glaubt, dass es funktioniert. Man geht nicht mehr so viele Risiken ein, etwas falsch zu machen. Das hat AUCH mit Sicherheit zu tun. Je sicherer sich zwei Partner sein können, dass der andere sich schon ja nicht einen anderen/eine andere suchen wird, umso weniger ist der sexuell weniger aktive motiviert, sich um die gemeinsame Sexualität zu bemühen. Sicherheit in langjährigen Partnerschaften ist zwar etwas schönes, man fühlt sich wohl und geborgen, hat aber oft negative Auswirkungen auf die gemeinsame Sexualität, aber da werden wir in einem anderen Podcast vielleicht noch genauer darauf kommen. Ein häufig beschriebenes Phänomen in zwischenmenschlichen Beziehungen ist: Beziehungen und Sex werden ganz von alleine schlechter, dafür muss man garnichts tun. Das heisst: man muss sich AKTIV drum kümmern, dass es zumindest nicht schlechter wird. Nur wenn man immer wieder und wieder in die Beziehung und in die gemeinsame Sexualität investiert, kann man etwas davon erwarten. Und investieren heisst eben nicht, dass die Frau kocht und der Mann das Geld heimbringt. Investieren heisst, dass man jeden Tag auf das "Beziehungskonto einzahlt", wie der Motivations-Coach Reinhold Stritzelberger das ausdrückt. Viertens verändert sich natürlich auch unser Leben. Unser Erleben. Wir verändern uns, jeden Tag! Vielleicht ist es eine Krankheit, die uns aus dem Takt bringt. Vielleicht sind es ständige unbedachte Äußerungen, Nickeligkeiten, Verletzungen, die uns allmählich die Partnerschaft sauer werden lassen. Einer fühlt sich vom Partner nicht ausreichend wertgeschätzt und akzeptiert, ernstgenommen, und koppelt sich allmählich emotional aus der Partnerschaft ab. Sehr viele Paare erleben einen Bruch in der Sexualität nach der Geburt eines Kindes. Das heisst: Kind kommt auf die Welt und entweder der Mann oder die Frau oder beide haben garnicht Bedürfnis mehr nach Sex mit dem Partner. In den ersten Monaten nach der Geburt des Kindes ist das in Ordnung, das Leben stellt sich um, die Frauen leben ihre Mutterinstinkte aus und werden hormonell komplett durcheinander geschaukelt, die Männer fühlen sich vielleicht wie das fünfte Rad am Wagen und müssen erstmal mit der neuen Rolle als Vater und Ernährer klarkommen, die Nächte sind nicht gerade erholsam und das Paar muss sich erstmal in die Elternrolle finden. Das ist alles nicht einfach und es ist keine Schande, dass man da weniger Lust aufeinander und Zeit füreinander hat. Wenn der Zustand jedoch 1 Jahr oder noch länger anhält, dann gibt es meistens ein Problem. Und natürlich gibt es ähnlich zeitaufwändige Dinge wie ein Baby, die die Lust killen: ein anstrenger Beruf oder Schichtdienst zum Beispiel. Die nervige Schwiegermutter im Haus. Finanzielle Sorgen. Ängste. Partnerschaftprobleme in einem ganz anderen Bereich. Wenn zwei Partner sich ständig über die Aufgabenverteilung in der Partnerschaft streiten, dann können Sie sich vorstellen, was das für langfristige Auswirkungen auf die gemeinsame Sexualität hat. Wenn ein Partner ständig beruflich unterwegs ist und nur am Wochenende zuhause, dann ist das eine enorme Belastung für Partnerschaft und auch für die gemeinsame Sexualität. Jetzt habe ich Ihnen vier Gründe genannt, es gibt noch viel mehr Gründe für sexuelle Lustlosigkeit in der Partnerschaft, aber das soll und erst einmal genügen. Das Problem ist, dass das in der Regel schleichend geht. Da schleicht sich sozusagen der Schlendrian ein. Sie kennen alle Sätze wie "Nein heut gehts leider nicht" "Schatz, heute bin ich wirklich müde" "ich komm nicht vor Mitternacht aus der Arbeit" oder "lass uns das Kind ins Bett holen, das wacht heute Nacht eh wieder auf" oder "ich fühl mich heute nicht so", die berühmte Migräne oder oder oder Und der Mensch ist faul und bequem und lässt es so schleifen und irgendwann merkt einer (oder beide), dass da was fehlt. Das Dumme ist: sexuelles Verhalten praktiziert und lernt man wie alles andere auch im Leben, wie Fahrrad fahren. Wie jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen. Wie jeden Tag ins Büro gehen und dort seinen Job machen. Nur ist Sex deutlich komplizierter. Wenn Sie da den Schlendrian (oder wahlweise auch den inneren Schweinehund) reinlassen, und der sich festsetzt, dann schleift sich das als "schlechte Gewohnheit" ein und dann haben Sie ein ähnliches Problem als wenn Sie plötzlich das Rauchen oder das Fingernägelkauen sein lassen sollen. Von schlechten Gewohnheiten loszukommen ist viel schwieriger als zu verhindern, dass sie sich einschleifen. Die wichtige Botschaft ist: Sexualität steht im ZENTRUM einer Paarbeziehung (selbst dann, wenn beide sich entscheiden, sie NICHT zu leben). Sexualität ist etwas SEHR Persönliches und SEHR Emotionales. Jeder Mensch hat sein eigenes, individuelles sexuelles Profil, das ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Und ist für viele Menschen mit so viel Scham besetzt, mit Angst vor Zurückweisung, mit Emotion und Liebe. Für ganz viele Menschen sind Sexualität und Liebe ganz eng miteinander verbunden. Die Intimität einer Partnerschaft hängt sehr oft daran. Und meist ist es unrealistisch zu erwarten, dass wir einen Partner oder eine Partnerin finden, der oder die 100% unseres sexuellen Profils teilt, das kommt vor ist aber es ist eher unwahrscheinlich. Und natürlich gehen wir alle AUCH eine Partnerschaft mit dem Wunsch ein, dass unser Partner möglichst viel unserer eigenen Sexualität mit uns teilen möchte, sich für uns interessiert, und begehrt, mit uns unsere Vorlieben und Phantasien ausleben möchte usw. Wenn sich jetzt bei einem Lustlosigkeit breit gemacht hat, dann gibt es früher oder später ein ernstes Problem. Denn der sexuell aktivere Partner bekommt einen ganz wichtigen emotionalen Baustein nicht in der Beziehung. Und Sex ist halt nunmal nicht so wie ein Hobby, für das sich der Partner nicht interessiert. Wenn sich Ihre Partnerin nicht für Fussball interessiert, dann gehen Sie eben mit Freunden ins Stadion, das ist kein Drama. Wenn Ihre Partnerin aber kein Interesse an gemeinsamer Sexualität hat, dann können Sie in der Regel nicht ins Bordell gehen oder eine Affäre haben, ohne dass Ihre Partnerin sich gekränkt fühlt und die Sache noch komplizierter wird. Sex in einer Beziehung ist wie Tennis-Spielen, das geht halt nunmal nicht alleine, weil bei den allermeisten Paaren eine Art "Exklusivrecht" vereinbart ist. Und was das bedeutet, sollte allen Paaren, die diesen Podcast hören, wirklich klar sein. Wenn beiden nichts an gemeinsames Sexualität liegt, gibt's kein Problem. Nächstes Thema. Wenn ein Partner sich eine gemeinsame Sexualität wünscht, der andere aber "lustlos" ist, gibt es ein sehr ernstes Problem und zwar für beide, denn der sexuell aktivere Partner fühlt sich vernachlässigt, nicht ernstgenommen und fühlt ein großes Defizit in der Partnerschaft, ihm fehlt ein ganz wichtiger Lebensbaustein, den er für seine Seele braucht. Viele Menschen - Männer wie Frauen - entwickeln ernste depressive Erkrankungen aus dieser Situation heraus. Sie alle kennen das Burnout-Syndrom als Krankheit, die durch berufliche Überlastung entsteht. Es gibt auch Burnout, der in der Partnerschaft entsteht. Und nicht wenige nehmen jahrelang Antidepressiva ein, nur um mit der Situation in der Partnerschaft irgendwie klarzukommen, weil sie denken, sie kommen da nicht heraus und sie müssen die Partnerschaft weiterführen. Was macht der sexuell aktivere Partner? Zuerst verhält er sich ruhig und denkt nach, dann bettelt und drängt er, irgendwann droht er und dann steckt er im Dilemma, dass er entweder die Partnerschaft aufgeben muss (was er vielleicht garnicht will oder kann, vielleicht sind Kinder da, ein gemeinsames Leben, ein gemeinsames Haus, gemeinsame Firma, gemeinsame Freunde), oder sich eine Affäre suchen muss um seine sexuellen Bedürfnisse befriedigt zu bekommen (was garnicht so großartig ist, weil es in der Regel heimlich zu passieren hat und weil es im Endeffekt auch nicht das ist, was er/sie sich wünscht) oder sich zurückzieht, sich mit dem bescheidet, was sein Partner zu geben bereit ist, was in nicht wenigen Fällen dann eben zu Rückzug, innerer Kündigung, Depression und im schlimmsten Fall sogar Selbstmord führen kann. Der sexuell weniger aktive (lustlosere) Partner fühlt sich hilflos (weiss nicht, was er/sie tun soll), nimmt das Thema lieber nicht so wichtig (hilflos vor einem wichtigen Thema zu stehen ist kein angenehmes Gefühl, denn man kriegt es nicht gelöst und das ist frustrierend) und fühlt sich durch den aktiveren Partner ständig unter Druck gesetzt, selbst dann, wenn der mal ausnahmsweise nicht drängelt. Hat ein schlechtes Gewissen. Fühlt sich irgendwie verantwortlich, weiss aber nicht, was er/sie tun kann. Das baut natürlich einen ernomen Erfolgsdruck auf. Glauben Sie, dass unter diesem Zwang und Erfolgdruck eine unbeschwerte heitere lustvolle gemeinsame Sexualität stattfinden kann? Wenn Sie auch dieses Spielchen spielen, also den sexuell aktiveren Partner, der ständig drängt und den sexuell weniger aktiven Partner, der sich ständig verweigert, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es so richtig kracht. Wenn Sie in Ihrer Beziehung dieses Muster spielen, dann darf ich Ihnen eine meiner Erfahrungen mitteilen und Ihnen raten: hören Sie auf damit, denn es führt zu NICHTS. Denn für Ihre Partnerschaft gibt es ziemlich genau vier Möglichkeiten: Entweder, Sie trennen sich. Das kann in vielen Fällen ein gangbarer guter Weg sein. Wenn keine gemeinsamen Kinder oder Verpflichtungen da sind und die Beziehung wegen der gemeinsamen (oder besser: ungemeinsamen) Sexualität ohnehin schon so zerrüttet ist, dass Sie sich schwer tun, aufeinander zuzugehen, dann kann das Ihr Weg sein. Nur bitte: machen Sie in der nächsten Beziehung nicht wieder die gleichen Fehler, denn sonst geht das gleiche Spielchen wieder von vorne los. Oder zweitens: Sie schließen einen Nichtangriffspakt und gehen jeder seiner Wege. Viele Paar leben zwar zusammen - meist der Kinder wegen - haben aber sexuelle "Außenbeziehungen". Oder sie haben sogar getrennte Wohnungen, sind aber noch offiziell verheiratet. Auch dann kann ein Weg sein, solange sich die Paare einig darüber sind. Bei vielen Paaren funktioniert dieser Nichtangriffspakt bis ins hohe Alter. Die dritte Möglichkeit: sie bescheiden sich mit der aktuellen Situation. Ob Sie damit klarkommen, müssen Sie selbst entscheiden. Es gibt durchaus Männer und Frauen, die drei Gänge zurückschalten und sich mit der Situation abfinden können und damit glücklich werden. Denn Ihre Erwartung steuert natürlich auch ihre Zufriedenheit. Wenn Sie Großes erwarten und nichts bekommen, sind Sie enttäuscht. Wenn Sie nichts erwarten, können Sie auch nicht enttäuscht werden. Viele Menschen können das. Andere zerbrechen daran und landen in der Depression. Wie es bei Ihnen aussieht, müssen Sie selbst entscheiden oder herausfinden, denn jeder Mensch ist anders. Es gibt Autoren in der entsprechenden Ratgeber-Szene, die schreiben, man müsse nunmal akzeptieren, dass man guten Sex nicht in einer stabilen, liebevollen Beziehung haben könne und man solle sich lieber auf ein harmonisches Zusammenleben konzentrieren und ab und zu mal schönen, liebevollen Sex haben. Das KANN für viele Paare ein durchaus gangbarer Weg sein. Wenn das zu Ihnen passt, haben Sie damit den Schlüssel zum Glück. Oder Viertens: sie ändern die aktuelle Situation und bringen Ihre sexuelle Beziehung wieder in Ordnung. Die gute Nachricht ist: wenn die beiden Partner sich gegenüber sitzen und sich in die Augen sehen und sagen: "Ja, den Menschen, der mir da gegenübersitzt, den liebe ich von ganzem Herzen", dann gibt es Wege aus dieser Krise und Möglichkeiten, die sexuelle Beziehung wieder in Ordnung zu bringen. Und dann müssen Sie nicht in dieser namenlosen Masse von Millionen von Menschen landen, denen der Alltag das sinnliche, das erotische Ich geraubt hat. Dann GIBT es Möglichkeiten, wie sie wieder erotisch zueinander finden. Das einzige Problem dabei ist: Das gibt es nicht umsonst. Menschen verändern sich in der Regel nicht, wenn sie wollen, sondern wenn sie müssen. Ihnen muss klar sein, welche Folgen es wahrscheinlich haben wird, wenn Sie sich nicht um das Thema kümmern. Sie werden keinen Erfolg haben, wenn Sie sich für die vierte Möglichkeit entscheiden, aber das Thema nicht als absolutes Nr. 1 Thema begreifen. Wenn Sie meinen, das geht so im Vorbeilaufen oder man könne es aussitzen, dann täuschen sie sich. Ja, das was der erste Podcast zu diesem spannenden Thema. Ich hoffe, er hat Ihnen Lust auf mehr gemacht und Sie sind gepannt auf die Fortsetzung, die sich mit der Frage beschäftigen wird, wie man denn die Veränderung einleitet und wie das denn nun genau geht mit der Umstellung der eigenen, eingefahrenen sexuellen Gewohnheiten. Ich hoffe, ich konnte Ihnen schon vorab ein paar Anregungen und neue Blickwinkel vermitteln. Wenn Sie Kommentare oder Fragen haben, besuchen Sie bitte meine Website "www.tobias-ruland.de" oder schreiben Sie mir eine email an info@tobias-ruland.de. Ich wünsche ich Ihnen eine wundervolle Zeit, freue mich, wenn wir uns zu nächster Gelegenheit wieder hören oder gar sehen, bleiben Sie gesund und bleiben Sie mir gewogen. Ihr Tobias Ruland |
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